Ausstellung im Kirchgemeindehaus mit Bildern von Rolf Flury

Der 84jährige Rolf Flury aus Vasön ist körperlich aktiv und künstlerisch tätig, aber vor allem dankbar, wie er sagt. Denn kennengelernt hat er das Leben in allen seinen Facetten «von oben bis unten» und daraus seine Lehren gezogen.

Die Grundfragen eines jedes Menschen seien: «Wofür bin ich da? Wozu kann ich nütze sein?» Darauf braucht es Antworten. Früher wäre er gern Fussballprofi geworden – und er hatte das Zeug dazu. Doch den geschäftsmässigen Fussball gab es damals noch nicht. Gerade einmal ein paar Franken gab es für einen Sieg in den Nationalligen A und B, und in die hatte es der Schaffhauser in jungen Jahren schon geschafft. Der Fussball führte ihn dann trotz seines Amateurstatus um die halbe Welt.

Mit 14 Jahren entdeckt er seine künstlerische Ader: Er belegt einen Fernkurs in Zeichnen. Er fasst den Vorsatz Bühnenmaler zu werden, doch dieser Wunsch lässt sich nicht verwirklichen. Daher erlernt er den Malerberuf. Er entwickelt sein Talent, Farben exakt zu mischen und sie an den jeweiligen Stellen treffsicher einzusetzen. Seine Handfertigkeit und sein Know-how sind gefragt. Er bildet sich in Schriftenmalerei fort. In der Innerschweiz verdient er sich damit seinen Lebensunterhalt.

Nach Jahren der Selbständigkeit geht er nach München. Dort eignet er sich weitere Fertigkeiten an. In der Lüftelmalerei vervollkommnet er seinen Umgang mit Farbe und Pinsel. Er besitzt jetzt die Fähigkeit, Wände nach motivischen Vorgaben zu gestalten und schmückende Verzierungen aller Art an ihnen anzubringen. In der Beherrschung der sogenannten «scheinbaren Malerei» erweist er sich als wahrer Meister. Überhaupt ist es die Handarbeit, die Rolf Flury auszeichnet. Als wertvoll erweist sich dabei immer die universale Ausrichtung seiner Handwerkskunst rum.

Seit bald 20 Jahren bewohnt er nun das Haus seiner Lebensgefährtin Martha Fust in Vasön. Schräg gegenüber der Kirche gelegen, wird er hier zu seinen vielfältigen Produktionen angeregt. Ungebrochen ist sein Schaffenswille, beständig seine Eingebungskraft. Es sind Landschaften, Tiere, Stilleben und Portaits, die seinem mit sicherer Hand geführten Pinsel entspringen.

Diese Bilder sind nun im Saal des Kirchgemeindehauses bis Ende Oktober ausgestellt. Die Bilder können am Sonntag beim Kirchenkaffee, beim Kafi Zischtig oder während anderer Veranstaltungen der Kirchgemeinde betrachtet werden.

Dieser Artikel ist eine bearbeitete und gekürzte Fassung eines Textes von Pfr. Christoph Sauer, erschienen auf der Auftaktseite des St. Galler Kirchenboten 05/2022.